HISTORIE

100 Jahre SV Morlautern
 

Das Fußballspielen als Mannschaftssport hat schon sehr früh die Dorfjugend von Morlautern fasziniert. Im Jahre 1911 war es der Malerlehrling Bruno Becker, der seine Dorfkameraden mit seiner Begeisterung für das Fußballspielen ansteckte. Gemeinsam erstanden sie einen Segeltuchball, den sie unkontrolliert durch die Gegend kickten. Leider war im Dorf kein freier Platz zu finden, so ging man hinaus auf die Felder und Wiesen.

Die damaligen Fußballregeln lernte man von den Vereinen der Stadt Kaiserslautern und den Schulen. Um Wettspiele zwischen zwei Mannschaften austragen zu können, mussten die Fuß-ballbegeisterten warten, bis das Getreide eingebracht war oder im Herbst die Wiesen abgeerntet waren. Mit Stangen uns Balken, aus denen die Fußballtore errichtet wurden, zog die fußballbegeisterte Morlautrer Jugend auf ein freies, einigermaßen ebenes Feld, um Wettspiele auszutragen.

Am 15.Juni 1912 war es dann soweit: An diesem Tage gründeten in der Gastwirtschaft Schmitt (Haselwiese) die jungen Sportler die Spielvereinigung Morlautern. Nach der Gründungsversammlung zählte der Verein 26 Mitglieder, die alle am Spiel aktiv beteiligt waren.

Der Bruder von Bruno Becker brachte zwei Spieler mit, die mit den Fußballregeln vertraut waren und schon Erfahrung beim Spielen hatten. Von den beiden wurde Willi Reis zum 1. Vorsitzenden durch die Versammlung gewählt. Als Vereinsfarbe wurde "blau-weiß" bestimmt.

Die Sportkleidung hatte sich jeder einzelne Spieler selbst zu besorgen, was für die meisten Spieler mit großen Entbehrungen verbunden war.

Das erste Spiel auf heimischen Boden gegen Winnweiler im Juni 1912 fand auf der Wiese zwischen der Straße vor der Gastwirtschaft Koch und dem Eselsbach statt. Ein hoher Sieg von 6:0 ließ die Wogen der Begeisterung hoch schlagen. Die beiden Mannschaften, dahinter die Zuschauer, zogen hinter der kleinen Musikkapelle die Straße herauf zum Vereinslokal Schmitt. Hier wurde der Sieg im Verein mit dem Verlierer aus Winnweiler tüchtig gefeiert. Nach zweijähriger Dauer des noch in der Entwicklung befindlichen Vereinslebens, wurde der Spielbetrieb durch Ausbruch des ersten Weltkriegs jäh unterbrochen. Die Fußballspieler mussten das Trikot mit dem Waffenrock tauschen.

Während der Kriegsjahre war aber auch bei der Dorfjugend die Freude am Fußballspielen wach geworden. Die Jungen schlossen sich zusammen und gründeten im Jahre 1916 den FV-Germania. Im Jahre 1917 gründete eine andere Gruppe den FC Bayern.

Beide Vereine brachten es nicht zu einem geordneten Spielbetrieb, denn die Jungen mussten ebenfalls in den Krieg ziehen.

Als endlich der unselige Krieg zu Ende war, die Nachkriegswirren sich legten, waren sich die verbliebenen Mitglieder darüber einig, dass man gemeinsam viel mehr erreichen kann. So fand am 9. September 1919 in der Gastwirtschaft Schmitt eine Fusionsversammlung statt. Es

wurde der Zusammenschluss der drei kleinen Vereine beschlossen. Man war übereingekommen, keinen der drei Vereinsnamen zu übernehmen, sondern man gab dem neu ins Leben gerufenen Verein den Namen: SV MORLAUTERN 1912.

 

Die Vorstandschaft setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender: Franz Lorenz

2. Vorsitzender: Jakob Kortz

1. Schriftführer: Franz Miesel

2. Schriftführer: Peter Fischer

Kassierer: David Lenz

Der Verein wurde gerichtlich eingetragen. Als Vereinsfarbe wurde "gelb-schwarz" gewählt. Auch das Sportplatzproblem wurde bald gelöst. Auf dem Kieferberg wurden neben dem Turnplatz einige Ackerstücke von der Gemeinde

gekauft und die Genehmigung eingeholt, auf dem nahegelegenen Kusselgelände Grund abzuheben. Die Mitglieder gingen sofort an die Arbeit und mit viel Schweiß entstand bald eine kleine Spielfläche. Dieselbe wurde durch den freiwilligen Arbeitsdienst in den Jahren 1932/1933 erweitert. Trotzdem war die Spielfläche noch immer zu klein. Dieselbe wurde nach dem 2. Weltkrieg noch zweimal erweitert bis es geländemäßig nicht mehr möglich war.

Nach dem Zusammenschluss zum Sportverein Morlautern e.V. 1912 konnte der Spielbetrieb aufgenommen werden.

Durch gute Leistungen der ersten Mannschaft war über die C- und B-Klasse bald die A-Klasse erreicht. In der Spielsaison 1925/26 errang der SVM die Meisterschaft in der A-Klasse. Der Aufstieg gegen die Mannschaften von Münchweiler und Limbach/Saar wurde leider nicht geschafft. Wie das so üblich ist, verließen einige auswärtige Spieler, weil der Aufstieg nicht geschafft wurde, die bisher so erfolgreiche Mannschaft. Die Krise konnte durch Kräfte aus der guten Jugendmannschaft schnell behoben werden. Die Jahre 1928 bis 1933 brachten für unseren Verein wieder eine böse Zeit. Die Wirtschaftsmisere ließ manchen guten Spieler abwandern, auch erhielt der SVM Konkurrenz durch Gründung freier Vereine im Ort. Durch den freien Turnund Sportverein wurde auf dem Waldhof ein schöner Sportplatz gebaut. Dahin wanderten viele aktive Spieler ab. Der SVM war sehr geschwächt, verfügte nur noch über eine Jugend- und eine aktive Mannschaft. Die Mitgliederzahl war auf 36 abgesunken. Trotzdem konnte der Platz in der A-Klasse gehalten werden.

Der damalige 1. Vorsitzende Heinrich Guckenbiehl meisterte mit seien paar Getreuen auch diese Krise.

Im Jahre 1933 wurden die freien Vereine aufgelöst und viele junge Sportler kehrten wieder zu unserem Verein zurück. Das gab Auftrieb im Fußball und in der Leichtathletik. Leider verlor unser Verein im selben Jahr seinen rührigen Vorsitzenden, Herrn Guckenbiehl, der gezwungen war, außerhalb eine Arbeit aufzunehmen. Das Vereinsgeschehen plätscherte dahin, das 25 jährige Stiftungsfest war ohne Glanz, aber der aktive Fußballsport wurde hochgehalten und unsere  Mannschaft gehörte bis 1939 der A-Klasse an. Bei Ausbruch des 2. Weltkriegs wurden fast alle aktiven und passiven Mitglieder zum Wehrdienst eingezogen, sodass der aktive Sportbetrieb eingestellt werden musste. Nur die Jugendlichen mit einigen Vereinsfunktionären hielten das Vereinsleben aufrecht. Ein Jahr nach Kriegsende, am 25. Mai 1946, fanden sich mehrere Männer zusammen, um den Sportbetrieb wieder ins Leben zu rufen. Es wurde ein Ausschuss gebildet, Kamerad Karl Guldner wurde 1. Vorsitzender. Zu den Verbandsspielen 1946/47 konnte nur eine Jugendmannschaft gemeldet werden. Bei

Wiederaufnahme des Spielbetriebs der aktiven Mannschaften im Jahre 1948 wurde der SVM in die B-Klasse eingeteilt, lag dort immer auf den vorderen Plätzen. Endlich in der Spielsaison 1953/54 errang unsere Mannschaft in der B-Klasse die Meisterschaft und schaffte die Aufstiegsspiele. Seit dieser Zeit spielt der SVM ununterbrochen in der

A-Klasse, Gruppe Nord, mal um den Aufstieg auf den vorderen Plätzen, aber immer so, um nicht abzurücken.

Beim Schreiben bzw. Verlesen der Vereinsgeschichte sollten die Namen derer, die dem SVM seit 1946 vorgestanden haben, ins Gedächtnis gerufen werden.

 

ab 01.06.1946 Guldner Karl

ab 26.03.1947 Kortz Ernst

ab 25.01.1948 Faber Karl

ab 02.11.1948 Kortz Ernst

ab 16.01.1949 Bähr Jakob

ab 10.02.1951 Lenz Edmund

ab 03.05.1952 Kortz Ernst

ab 02.05.1953 Schorz Rudolf

ab 29.05.1957 Kortz Ernst

ab 07.06.1958 Rieder Helmut

ab 2007 Reiner Engbarth

 

Kaum hatte der damals junge 1. Vorsitzende Helmut Rieder die Zügel in der Hand, fing er an zu planen , zu verhandeln und zu kämpfen. Mit DM 5000,- begann der Bau unseres Vereinsheims. Beim 50 jährigen Stiftungsfest errichtete der SVM auf dem Turnplatz ein Festzelt, alle halfen mit bei der Feier von 3 Tagen, Geld in die Vereinskasse zu bringen. Das Resultat waren DM 6000,- Gewinn. Mit diesem Geld, Spenden der Mitglieder und enormer Eigenleistung

konnte der Rohbau erstellt werden. Von 1964 bis 1968 wurden sehr harte Verhandlungen der Vereinsführung des SVM mit der Gemeinde Morlautern wegen Pachtung von Gemeindegelände unterhalb des bestehenden Sportplatzes zu Errichtung eines Rasenplatzes geführt. Der SVM hatte Erfolg, der Pachtvertrag wurde über 90 Jahre abgeschlossen. Im Jahre 1969 konnten wir mit dem Bau beginnen. Eine amerikanische Einheit half uns bei der Rohplanierung und bei der Bewegung von 8000 Kubikmeter Erdreich. Sprengungen waren erforderlich. Die restlichen Planierungen wurden mit der vom Südwestdeutschen Fußballverband zur Verfügung gestellten Planierraupe bewältigt. So wurde eine Spielfläche von 70 auf 105 m geschaffen. Das Einsähen des Platzes, die Anlagen um den Platz sowie die Einzäunung desselben, wurden in eigener Leistung vollbracht. Neben dem Platzbau wickelte sich in den Jahren 1970 bis 1972 die Erweiterung des Sportheims ab. Es wurden weitere Umkleide- und Duschräume geschaffen, ein Jugendraum und ein Gesellschaftsraum errichtet. Der SVM verfügt nun über eine der schönsten Sportanlagen der Umgebung. Die Einweihung des Erweiterungsbaus und des Rasenplatzes fiel zusammen mit dem 60jährigen Vereinsjubiläum. Aus diesen drei Anlässen wurde eine Festwoche durchgeführt. Ein Sorgenkind war immer unser alter Sportplatz, der trotz Pflege immer mehr zur Sandwü-

ste wurde. Bei Wind sah man oft Ball und auch Spieler nicht. Unser 1. Vorsitzender bemühte

sich schon frühzeitig, in die Baumaßnahme Sportplatzbau beim Land und Stadt mit einbezogen zu werden. Im Jahre 1981 kamen wir in diese Maßnahme. Am 15.7.1981 wurde mit den Arbeiten begonnen. Der Platz erhielt eine Tennendecke, Flutlichtanlage, Beregnungsanlage, ein stabiles Geländer und eine Einzäunung. Die Platzeinweihung erfolgte am 9.10.1981 mit einem Festakt. Gesamtkosten des Bauprojektes: 410 000,- DM, Eigenleistung 120 000,- DM Seit dem Jahre 1976 veranstaltet der SV Morlautern an Pfingsten das Werner-Kohlmeyer-Gedächtnis Turnier.

Sportlicher Höhepunkt zu dieser Zeit war der Aufstieg in die Bezirksliga 1982, damals die 5. höchste deutsche Spielklasse.

Der erste Vorsitzende Helmut Rieder war der Garant das die Gerätschaften, die Anlage und

das Sportheim gepflegt und intakt gehalten wurden. In den 90er Jahren dümpelte man sportlich in der Kreisliga herum. Viele Jugendspieler konnte man so nicht an den Verein binden und wechselten zu höher klassigen Vereinen. Im Jahr 2003

konnte man endlich wieder eine Meisterschaft feiern. Die Mannschaft um Trainer Stephan Ruby den Einstieg in die Bezirksklasse (A-Klasse) auf. Dort konnte man sich jedoch nur 2 Jahre halten. Im Jahre 2009 wurde mit dem Neubau der Kabinen, Duschen und Kiosk begonnen. Zusätzlich wurde eine Terrasse auf dem Dach errichtet, die wahrscheinlich schönste im ganzen Umkreis. Mit dem Bau des Kiosks konnte man dem Pächter des Sportheims endlich eine adäquate Möglichkeit bieten, Speisen und Getränke an den Spielen anzubieten. Für die Zukunft ist der Bau eines Kunstrasens geplant. Auch sollen die alten Kabinen grundsaniert werden. Eine Sauna und ein Entmüdungsbecken sind auch im Gespräch.

So hervorragend aufgestellt hat der SVM keine Zukunftssorgen.